Reviews

SOLO PROJECT

l’Eco del Chisone newspaper 08.2019

Perfect Sound Forever online magazine 2018 (review by Michael Ferix)

https://www.furious.com/perfect/martazapparoli.html

Raised by Gypsies  magazine

“To say that Marta Zapparoli’s “CHAOTIC ALTERATIONS” is aptly name would be like saying it falls in the genre of noise: while the statement does hold a certain amount of truth, this cassette is nowhere nearly one dimensional enough to be reduced to something so finite. What begins with the sounds of sonar, such as from a submarine, carries on into a fly buzzing and guitar string scrapes.    There are distant background conversations that can be faintly made out and then the tape begins to squeal, such as a plague of locusts.    Through a wind tunnel, into water splashing, we are driven into an audio clip and then mechanical noises.  I find it hard to resist calling this “destruction drone” but feel as if the very idea of the mechanical destruction sounds which are occuring have the opposite effect of drone in the traditional sense of it all.
On the flip side we have a hum/buzzing to start with some crackling.    Machines crash and humans scream.    There is glass bottle clanking with static and then without the static.    A scraping sound comes out next, like something between dragged across concrete, and then simply a gun shot perhaps.   In and out crackling takes us into a hum drone before the end of Side B.
While I will leave Side A open to interpretation, I must admit that the sounds coming from Side B have me feeling like I’m watching a horror movie and the victim is fighting some villain before one of them finally wins with the gun shot.   The only thing is, with all of the mechanics and the sound of scraping on concrete I’m inclined to believe it is something more like robots fighting than humans or some other forms of monsters.  
Being that this cassette can paint such a picture just within one side just goes to show you how wonderful it truly is on both sides.   Sometimes what we see as humans as such slight movements or small events can actually be chaotic alterations for species much smaller than us.    If we are feeling this cassette by Marta Zapparoli at the intense levels that we are, imagine how the ants feel it.  ”

by Joshua Macala 2017

TAZ newspaper

„Ohne die Welt um mich herum könnte ich meine Musik nicht machen“

Das Wohnatelier von Marta Zapparoli sieht wie ein Art Museum aus. An ihrem Arbeitstisch sitzt die Musikerin, umringt von Tonbandgeräten, die teilweise bereits in den sechziger Jahren gebaut wurden. Sie hört sich Aufnahmen an, die sie im Verlauf der vergangenen Woche gemacht hat. Sorgfältig sucht sie Passagen aus, die sie auf Kassetten überspielt. Manchmal verlangsamt oder beschleunigt sie die Laufgeschwindigkeit des Tonbandes dabei, so das die Klänge verfremdet werden, während sie diese auf Kassette aufnimmt. Sie ist umringt von Regalen, die bis zur Zimmerdecke reichen. Darin stapeln sich alte Tonbandgeräte unterschiedlichster Bauart,  Kassettenrekorder und altertümlich wirkende elektrische Geräte. Daneben steht, in vielerlei kleinen Plastekisten verstaut, ihr Ersatzteillager mit elektrischen Bauteilen. An Nägeln hängen  dutzendweise Kabel mit Steckern. Marta Zapparoli ist Klangkünstlerin. Mit Maschinen, die teilweise lange vor ihrer Geburt hergestellt wurden, nimmt sie Geräusche auf und verarbeitet diese zu Klanglandschaften.

Vor fünf Jahren konnte sie ihre verwahrloste Wohnung an der Urbanstrasse in Berlin-Kreuzberg, in der sie auch arbeitet, für wenig Geld anmieten. Acht Monate war sie damit beschäftigt, diese Räume in einen bewohnbaren Zustand zu bringen. Doch sie ist glücklich hier, und glücklich darüber, sich mit ihrer Musik und nur wenigen musikalischen Nebenarbeiten in Berlin halten zu können. Was auch auf ihre ausgesprochene Sparsamkeit zurück zu führen ist.

Aufgewachsen ist die Künstlerin in einem 3000-Seelen-Ort in Norditalien, in dem sie 1975 geboren wurde. Sie begann mit fünfzehn, Sopransaxophon zu lernen. In der kleinen Marschkapelle, die es im Dorf gab, spielte sie damit zu vielen religiösen und nicht-religiösen  Festen auf. Nach dem Schulabschluss studierte sie bildende Kunst in Bologna. Dort tanzte sie viel, hauptsächlich in den Bereichen Performance- und Experimentaltheater. „Selbst heute,“ so gesteht sie, „bewege ich mich auf der Bühne gerne. Das mag eine Folge dieser Ausbildung sein.“
Bei den Aufführungen, an denen sie mitwirkte, kamen immer Tonbandgeräte zum Einsatz, von denen die Musiken oder Effekte für das Bühnengeschehen abgespielt wurden. Das interessierte sie brennend. Rückblickend scheint es ihr, das „Maschinen mich schon immer interessiert haben.“ Sie schaute den Tontechnikern immer über die Schulter. Schließlich fand sie einen, bei dem sie eine Lehrzeit absolvieren konnte. Tontechnik ist ein komplexes Metier, in der es um die Umwandlung, Bearbeitung, Aufzeichnung und Wiedergabe von akustischen Ereignissen geht. In der Regel kommen dabei Mikrofone zum Einsatz. Jedes Mikrofon hat seine eigene Klangcharakteristik. Es gibt Mikros, die nur den Nahbereich aufnehmen und andere, die den gesamten Raum akustisch abbilden. Jeder Raum ist anders, jeder Ton entsteht individuell. Die Tontechnik muss das abbilden, besser gesagt, konstruktiv aufzeichnen. Sie ist Teil des künstlerischen Aspektes eines jeden Klanges.

Für Marta Zapparoli stellte der für sie neuartige Umgang mit Mikrofonen einen radikalen Bruch dar. Nun begann sie, ihre Welt mit dem Mikrofon zu erforschen. Daheim sortierte sie die Aufnahmen, die sie auf Kassettenrekordern aufnahm, überarbeitete und montierte sie. Sie begann, verschiedene Tonaufnahmen auf mehreren Rekordern gleichzeitig abzuspielen. Die Klanglandschaften, die so entstanden, übten eine tiefe Faszination auf sie aus. Es dauerte nicht lange und Zapparoli stellte sich mit ihren Klanglandschaften auf die Bühne. Teilweise improvisierte sie allein, häufig aber im Zusammenhang mit anderen Musikern: „Grundsätzlich arbeite ich in der Improvisation, ich hasse Komposition. Das heißt ich mag Komponisten, aber für mich ist das nichts,“ so sieht sie es selber. Doch ist die experimentelle Musik-Szene in Italien sehr klein. Es gibt wenig Orte, wo diese Musik präsentiert wird. So begann Zapparoli, selber Konzerte in Galerien zu organisieren, doch blieb ihr Arbeitsfeld sehr begrenzt.

Zum Glück gewann sie 2006 ein Stipendium, um das Audio-Porträt einer Stadt zu gestalten. Sie entschied sich für Berlin. Fest davon überzeugt, das jede Stadt und jeder Ort seine eigene aurale Identität besitzt, konnte sie dies am Beispiel von Berlin konkretisieren. Vier Monate war sie damit beschäftigt, ein akustisches Archiv der deutschen Hauptstadt herzustellen und konnte die fertige Arbeit schließlich einem Konzertpublikum präsentieren. Der besseren Arbeitsmöglichkeiten wegen zog sie kurz darauf nach Berlin. Mit dem akustischen Stadtporträt von Berlin begann für Marta Zapparoli ein Lebensprojekt: sie möchte ein Archiv der „ungehörten Töne“ anlegen. Dazu will sie zum Beispiel die Klangwelten entlegener Wüsten oder schwer zugänglicher Gebirge aufzeichnen. Als nächstes sind erst einmal die still gelegten Teile der Londoner Untergrundbahn an der Reihe. Für Unbefugte ist der Zugang allerdings streng verboten. Das schreckt Zapparoli überhaupt nicht ab. Sie hat sich bereits einen Führer organisiert, der sich in diesen Gewölben auskennt. Was derzeit noch fehlt ist Geld für die Reise und den Aufenthalt.

Vor fünfzehn Jahren begann sie auch, ihr Archiv von analog auf digital umzustellen. Sie hatte sich dadurch eine Arbeitserleichterung versprochen. Doch musste sie ernüchtert feststellen, das digitale Tonwelten ein anderes Denken und eine andere Arbeitsweise erfordern. Das war nichts für sie, und so blieb sie bei ihren anachronistisch wirkenden Geräten. Doch was genau macht deren Qualität aus? „Tonbänder sind Materialien, die ich in die Hände nehmen kann, die ich mit meinen Fingern verlangsamen oder beschleunigen kann. Da strömt Energie durch meine Finger. Es geht für mich um die Verbindung von Körper und Klang,“ so beschreibt sie ihr Arbeitsgefühl.

Heutzutage muss sie sehr viel Zeit auf die Suche nach alter Technik verwenden. „Das Problem ist nur, diese Sachen werden immer teurer, es wird immer schwieriger, noch etwas in die Finger zu bekommen,“ erzählt sie. Und es gibt immer weniger Techniker, die sich mit alten Gerätschaften auskennen und diese reparieren können. Deshalb repariert Zapparoli ihre kleinen Maschinen vor allen Dingen selber. Sie hat sich auch schon das eine oder andere Mikrofon zusammengebaut. Ein anderes Problem: diese alte Technik ist schwer. Für ihren Bühnenaufbau muss die weltweit agierende Künstlerin Kilo schwere Gerätschaften mit sich schleppen, die sie in einen bereits zerbeulten, metallenen Rollkoffer verstaut. Manchmal gehen dabei auf Reisen Dinge kaputt. Ihr Traum wäre ein ultraleichtes Mehrspurgerät, bei dem das Band über verschiedene Aufnahme- und Abspielköpfe gezogen wird. Das könnte sie in ihrem Handgepäck mitnehmen, damit es beim Transport nicht mehr beschädigt wird.

Ein derart spezielles Gerät ist manchmal in Spionagefilmen zu sehen. Es wundert wohl kaum, dass Marta Zapparoli gerade für Spionagefilme eine ausgeprägte Leidenschaft hat. Wie Menschen dort mit komplex versteckten Mikrofonen oder mit seltsamen anmutenden Richtmikrofonen, die teilweise Kilometer weit horchen, abgehört werden, fasziniert sie ungemein. Aus Geräuschen und Gesprächsfetzen entstehen dabei prikkelnde, imaginäre Bilderwelten. Auch bei Marta Zapparoli entsteht das Imaginäre aus dem konkreten: „Was mich bewegt sind die echten Töne der Welt, Insekten, verlassene Orte, die Geräusche eines gigantischen Feldes, unvorhersehbare natürliche Klangeffekte, Naturkatastrophen, aber auch störender Lärm oder Ultraschalluntersuchungen.“ Das ist die Grundlage ihrer erstaunlichen Musik.  

By Michael Freerix 2015

kultur terrorismus music blog

……“MARTA ZAPPAROLI – Chaotic Alterations” – a STUNNING MUST HAVE for all lovers of MUSIQUE CONCRÉTE!!! TIPP!!! “…….

Village Voice : The Best Music September 2015

“Chaotic Alterations release: is one of the more furious atmospheric tapes I’ve come across this year, unafraid to fully commit to a given mood before jump-cutting to something totally different but no less engaging. On side A, “Pissed of Wasps in a Plastic Bottle,” Berlin’s Marta Zapparoli could have justifiably celebrated the actual sound of wasps in a plastic bottle — and nothing else — for fourteen minutes straight, and it would have been awesome. Instead, she shoves us headlong through multiple extremes: the increasingly peeved wasps, recorded with such clarity you might wind up smacking the cans away from your ears; jarring cassette manipulations; found sound bustle; gushing water and muddy, damning torrents of static…..”

by Raymond Cummings

THE NEW NOISE magazine

Microfono ad alta sensibilità, idrofono, tape recorders, reel to reel machine e tanta abilità nel creare, da semplici rumori, quella gradevole formula chimica, altresì detta melodia. Catturare i suoni ambientali di qualsiasi tipologia per poi storpiarli e manipolarli a proprio piacimento è sempre stata una mia fissazione, anche perché sono lì, gratis e alla portata di tutti. Non molto tempo fa, col mio scrauso Tascam e cellulare sempre a portata di mano, provai a registrare tutto quello che ritenevo interessante, per poi processarlo al computer. Ovviamente i (miei) risultati furono scadenti, mentre la nostra Marta, che sa il fatto suo, in questi trenta minuti di Chaotic Alterations (cassetta limitata pubblicata dalla belga Idiosyncratics) ottiene risultati davvero ottimi, dimostrando ancora una volta che si può fare musica sfruttando quello che offre la natura, cioè i cosiddetti suoni primordiali, come direbbe l’ospite buono che alberga nella mia testolina. Riesce a trasformare i versi satanici dei pipistrelli (Kelelawar) di Dave Phillips in api regine impazzite, una sorta di frastornante metamorfosi che provoca la furia aggressiva degli insetti e che termina col suicidio di massa verso barriere elettrificate. Nel frattempo, possiamo distrarci con macchine tritaghiaccio che cavalcano lastroni di idrogeno condensato, pioggia acida battente e correnti fluide ascensionali che squarciano il sottofondo drone derivante dalla collisione di due comete. Qualche urlaccio straziante conferisce un tono leggermente infernale, mentre una valanga di scontri di utensileria da officina meccanica e fusioni rigenerative di metalli nobili di un’acciaieria chiudono il nastro in chiave industrial-noise.

Non credo, ma se per caso questo scritto ha catturato la vostra attenzione, sappiate che in giro ci sono numerose tracce, sparse in altrettante netlabel e tutte da ascoltare. Da segnalare anche un interessante progetto parallelo, in cui i rumorismi di Marta Zapparoli s’intersecano con gli estremi e diabolici vocalizzi di Alessandra Eramo.

By Massimiliano Mercurio 2015

COLLABORATIONS PROJECTS

TAZ-Art Newspaper 2018

Review By Michael Freerix 2018

THE ELKS : BAT ENGLISH release

THE WIRE
The belling of a stag in a forest at night is a uniquely spine-tingling sound. What we hear as prelude to The Elks’s debut tape release Bat English is an interpretation of a stag’s long distance wailing, but close-up, so spittle in the throat is audible. I’m guessing this unnerving fanfare is the work of Liz Allbee’s trumpet, but Marta Zapparoi’s tape manipulation could also be involved. The wind gets up and the forest closes in as Billy Roisz’s noise drones and Kai Fagaschinski’s patient clarinet start to contribute. Sci-fi hornets buzz around and far-off church bells build the menace. Then, 15 minutes in, a subtle morphing takes place, and a hint of muted trumpet lounge jazz drifts across the picture, as if from a radio after a car crash.
The Elks are yet another permutation of the ever shifting Berlin noise and improv scene. Allbee and Zapparoli already collaborate as PareiDoliA, while the last time I saw Roisz’s classy feedback video and bass guitar was last year at an Unconscious Archives event. Fagaschinski (of The International Nothing) is the quiet acoustic guy here, but his steady long notes or strangulated multiphonics sit perfectly as a vulnerable human element amid the pent-up storm building behind him. The other three have no qualms about kicking up an almighty onstage racket, but Bat English works so well because it documents a collision between this fierce tendency and the reticent echtzeitmusik house style. This release is a teaser before The Elks’s album debut This Is Not The Ant arrives this autumn. It offers four substantial tracks from live shows last year in Nickelsdorf, Austria and Geneva.
Moving with unified purpose through dramatic, sometimes epic music, The Elks are not averse to moments of humour, reflected in Allbee’s striking cover art: an elk gazes mournfully into a living room where a fox is enjoying a brandy. They’re particulary good at creating a sense of vast space. As the tape ends we seem to be staring across a city, as Roisz’s bass meditates and a tiny wittering bird turns in for the night.

by Clive Bell in July 2017

THE SOUND PROJECTOR
Got a cassette tape called Bat English (NO LABEL) by The Elks. The Elks is another improvising “supergroup” that’s recently come together on an ad-hoc basis in Berlin. We seem to hear a lot of this kind of bonding taking place. Music brings people together. I suppose it happens a lot on what I imagine to be the “festival circuit”, which might not be anything like the 24-hour party I suppose it to be. In this case we have two of our favourite players, namely Kai Fagaschinski and Liz Allbee, along with the splendid Billy Roisz and Marta Zapparoli.
The quartet refer to themselves as “zookeepers” rather than musicians, a humourous aside which I assume comes from Kai, the clarinet King of Berlin. Recently when we heard from one of his projects, The International Nothing, the improvisers were aligning themselves with jungle beasts renowned for their tough hides – which is something I guess you need in this racket. American trumpeter Liz Allbee endeared herself to our heart with her eccentric and far-out appearances on the Resipiscent label, be it solo or in groups, sometimes teaming up with the bizarre noisester and music theatre player, Hans Grüsel. Lovely to get a few blasts from her “prepared trumpet” on this cassette. She and Kai are pretty much holding down the puffing wing of the fortress, while Roisz – who has been doing some fab work with Angélica Castelló lately – bangs out his Austrian electronic drones, supported by the other voltage-voodler in the act, Marta Zapparoli from Italy. She does it with tapes, intervening in the playback in real time to produce stunning sonics; look out for her work with Ignaz Schick on record.
Captured on the oxide are two recent (2016) sets recorded in Nickelsdorf and Geneva. It’s refreshing stuff…doesn’t seem to owe any allegiances to any current fads or fancies in the improv environs, and the emphasis is on constant invention, drama, shifts in tone, and even a touch of zany humour. The foursome seem very comfortable with other already and unafraid to break their own rules, not getting too precious about staying in the moment. One noticeable feature is that The Elks don’t wallow in samey drones or digital glorp, nor seem to exhibit much interest in the much-lauded “extended technique” thing. Instead, group collective effort all moves towards creating a fascinating, ever-shifting sonic surround-space, where many things and many actions are permitted (especially voices; might be pre-records, might be live, but voices are good), yet the work never becomes a pointless free-for-all bout of spewing and spouting. The Nickelsdorf side wins hands-down for me on account of its warmth, humour, inclusiveness and moments of plain oddness; though you may prefer the understated foggery and mystery which can be found on the Geneva tunes – incidentally recorded at Cave12, a venue whose name keeps coming up these days. Great cover art too, eh? It’s by Liz Allbee. Who wouldn’t want to have a fox standing on hind legs in your living room? 100 copies only, from 16th May 2017.

by Ed Pinsent in January 2018

FREISTIL
In Berlin lernen sich die Leute kennen, das Gleiche gilt offenbar auch für Elche. Hier treffen wir auch auf den seltenen Fall des zweiten Releases, der schon vor der ersten Platte die Öffentlichkeit betritt. Kassettenschnellschuss. Apropos: Gleich zu Beginn vermeint man den Elch zu hören, es gibt etwas Geschrei unter den Jägerinnen, nach kurzer Diskussion erfolgt der Rückzug ins Unterholz. Die nächsten Schritte überlegen, lautet die Haus- bzw. Waldaufgabe. Das wundervoll gemischte Quartett schüttet aus vier Himmelsrichtungen Öl ins Feuer der Band, die Reduktion erhält den gleichen Stellenwert wie der Exzess, die Kontrolle wie ihr Verlust. Zwei Live-Aufnahmen haben The Elks für diese abenteuerliche Cassette verwendet, eine von den Nickelsdorfer Konfrontationen, eine aus dem Genfer Cave12. Und wer die offizielle erste Platte (auf Mikroton, Russland) nicht erwarten können will, kann sich an diesem Appetizer das Mütchen kühlen. Picobello!

by felix in June 2017

BAD ALCHEMY
Mich knutscht die Fledermaus! Die vier, die einen da aus ihrer Wohnwagenhöhle anstarren, das können nur The Elks aus Brooklyn sein, ‘Eaters of the Dead’, getagt mit metal psychedelic rock punk? Aber es sind wohl doch unsere 3 Berliner + 1 Wienerin, mit der schon von Anubis gebissenen und bei den blood & guts-infer­nalischen The Liz versphinxten Trompeterin Liz Allbee noch als der Harmlosesten neben der cilantronischen Billy Roisz an Electronics & E-Bass. Der Metal-Albino entpuppt sich als die Tapemaschinistin & Chaos Pries­tess Marta Zapparoli (Splitter Orchester, aber auch Partnerin von Roisz bzw. von Allbee als PareiDoliA), der Satanist am Flügel als der Schall und Rausch beschwörende Kai Fagaschinski, Klarinet­tist bei The International Nothing und auch sonst eigentlich ein feiner Kerl. Zu hören sind ihre Performances beim Festival Konfrontationen 2016 in Nickelsdorf und im Genfer Cave12. Sie fallen gleich als brünftig röhrender Elch ins Haus, mit gestöhntem Gebläse und eisigem Wind. Aus der Trompete kriechen die Dämonen der Bruits secret, um Geheimverhandlungen mit dem tierischen Bodensatz in Body & Soul zu führen. Am Gegenpol erklingt zarter Schutz­engelgesang und Klarinettensound, eingesponnen in feinen elektronischen Schaum oder in Pulverschnee, eine träumerische Idylle, mit einer träumerisch gezirpten Trompete auf Bass­feedback, bandtonumschlauft. My kingdom for a lullaby? Nebulullaby? Verzerrter Funk­spruch, verhallende Kinderstimme, die Klarinette einsilbig, die Trompete tonlos, immer noch traumverweht auf gepixeltem Mikrobeat. Dann kauende Geräusche in der Fledermaushöhle, die sich auch von Störimpulsen nicht scheuchen lassen. Ist das noch Stimme, ist das schon Klarinette? Was eben noch crescendierte, grummelt und flötet jetzt leise an der Hör­schwelle, draußen Alltag im Regen, im Radio, mit Moped oder Kirchenglocken, drinnen subtile Höhlenforschung nach dem Geist eines Höhlenbären, nach dem Pulsschlag im Mutterschoß. Die Trompete presst, der Rauschpegel schwillt an, Allbee rhabarbert zu brausendem Noise, die Klarinette zwitschert, das Herz klopft, der Bass tupft in wieder eingekehrter Beinahestille. Draußen Sirene und Verkehrschaos, das auch das Drinnen bestürmt. Aber die vogelig bepiepste Stille entzieht sich, und The Elks entlassen mich in den Straßenlärm vor meinen Fenstern, auf den eine Amsel pfeift.

by Rigobert Dittmann in May 2017

VITAL WEEKLY
In 2014 The Elks first came together; a quartet of Liz Albee on trumpet and preparations, Kai Fagaschinski on clarinet, Billy Roisz on electronics and e-bass and Marta Zapparoli on tapes, reel to reel tape machine and devices. It’s the latter that is for me the unknown one. In 2016 they started to play live and did so in Nickelsdorf, Austria and Cave 12 in Geneva, Switzerland. Of both of these concerts we find cuts here, some twenty-five minutes per side. You would perhaps expect, based on the history of these players, something that is very quiet and subdued, leaning towards some ultra quietness, but they set out – bravo – to do something different. And doing something different, something out of the ordinary is what we like of course. The music is louder, grittier, more daring but without making a giant leap into the world of noise. That doesn’t happen, but they are all on an adventure trail here, going out of their comfort zone and doing something different (well, obviously I can’t speak for Zapparoli). It bursts, hisses, drones, and there is a constant presence of sounds, lurking beneath the surface when the volume drops but there is also a bit of violence (all relative of course, it’s not japnoise), such as in the first section of ‘Geneva’, and a fair portion of the second part of the second Geneva section when they reach for something powerful. But as said, moments of introspection and quietness are never far away and throughout these seasoned players pay close attention to what the others are doing, creating an excellent dialogue in sound. This is some wonderful music.

by Frans de Waard in May 2017

THE ELKS : This Is Not The Ant  release (Mikrotone rec.)

By SCUIDSEAR magazine

Does humor belong in music? More tellingly, does humor belong in electroacoustic improvisation? If you name your collective The Elks and your group photo for the inner CD gatefold paints you as refugees from a Black Oak Arkansas revival, then I guess the answer is yes. The interior collage is a real hoot — enthusiasts of both EAI and electronic music in general haven’t seen anything like this since cut’n’paste techno-pranksters Rancho Relaxo Allstars mucked about the Disko B stable. The album title also revels in a sort of hysterical perplexity. What is the meaning here? The four tracks contained within this record’s fairly concise duration (just over a half-hour running time) surely scrapple about far more luxuriously than even the most industrious insect, and the attendant noises, rattles, bleets, and blurts suggest an army of loose-limbed critters, so perhaps the title is a realistic analog to the music. If not, well, then the joke might very well be on us.

It wouldn’t be germane to the aural plotline to classify The Elks as your typical EAI japesters. Clarinettist Kai Fagaschinski has amassed quite the dossier, appearing on a large number of dates across the improvisational/avant spectrum, as has bassist and electronics player Billy Roisz, who’s done solid work with the remarkable digital-daytripper outfit Efzeg. Marta Zapparoli, who acquits herself quite demonstrably here, is The Elks’s resident dadaist, bringing her broad collection of sounds to the table via a wide manipulation of tapes, tape machines, and various other sundry devices. And Liz Allbee completes the ‘horn section’ thanks to her errant trumpet spittle and splatter, the outgrowth of which is subtly altered through any number of discrete ‘preparations’ (as the digipak’s back cover notes). Much confrontational affect, fire-stoking deliberation, and plain old exploration is brought to bear by this engaging quartet, a mischievousness that’s on full display.

Sorry, though — japesters these characters sure as hell ain’t. The Elks are drop-dead serious, but their tongues are soldered firmly in cheek, regardless. “Gremlins in Space” works a slow-burning miasma of hard drive hum pelted by stinging acid rain and the staccato breath-burps traded between Allbee and Fagaschinski. The fourteen-minute “Noise for Slugs” finds the foursome getting their hands oily thanks to a preponderance of expelled valve gas, slippery silicon leakage, and exposure to the kinds of glitched-out digital effluvium beloved by the likes of the old Mego crew, or Musica Elettronica Viva in a particularly randy mood. “Oceanic Bathtub” would have you luxuriate in its 50s sci-fi faux theremins and Forbidden Planet-birthed moodstates while your psyche shucks off this mortal coil, while the closing “Scuba Diving Elephants” recasts the last 15 years of EAI with breathtaking sweep, weird as all get out, content with letting the sounds themselves dictate the finale irrespective of the players. It’s as if a new sonic playing field opened up in the digital ether, self-sustaining, self-replicating, experimental music’s singularity writ large.

All chuckles, guffaws, and smirks aside — this is brilliant stuff.

by Darren Bergstein 2017-11-07

By SQUIDCO on line music store , magazine.

An extremely balanced group of electroacoustic improvisers, Kai Fagaschinski on clarinet and Liz Allbee on trumpet make up the acoustic side, though sounding as electronic and other-worldly as Billy Roisz on e-bass and electronics and Marta Zapparoli on reel-to-reel tapes and tape machines, creating incredibly wide-ranging and psychedelic sonic environments.
 

“Dammit, those Elks are exploiting their instruments for no good again. While Marta and Billy seem to have gotten it all wrong regarding their very strange collection of machinery, it’s just a careless abuse how Liz and Kai handle their horns. Perhaps from the experimental music scenes of Berlin and Vienna one might expect a rather reduced and elegant sound world, but these Elks have some other ideas in store, and don’t mind to get their antlers a little dirty. There is no fear here of the loud, the dramatic, or on occasion, some boorish braying (though they may still tip-toe gently on their hooves or whistle a delightful tune to mock some clueless humans.) BEWARE, This Is Not The Ant will take you to the sound areas you chose to keep away from.